Saturday, February 19, 2011

Nokia im Wunderland: Mitarbeiter protestieren, Intel ist brüskiert, WP7-Handys wohl erst 2012 •


Die am Freitag angekündigte Weltherrschaftskooperation mit Microsoft war erst der Anfang: Der Technik-Globus schien am vergangenen Wochenende alleine um Nokia zu rotieren. Die Aufräumarbeiten haben begonnen, es gibt viele Scherben zu kitten und eine Smartphone-Designstudie mit Windows Phone 7 haben die Finnen auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona gestern auch vorgestellt. Die Ankündigung der Partnerschaft am Freitag war bei Mitarbeitern und der Börse mit Unbehagen aufgenommen worden. Die Nokia-Aktie gab um glatte 14 Prozent nach, etwa tausend Mitarbeiter, die im finnischen Tampere am geschassten Symbian-Projekt hängen, gingen am Freitag aus Protest geschlossen frühzeitig nach Hause. Dass Nokia künftig auf Windows Phone 7 setzen wird, war offenbar nicht der gewünschte Selbstläufer.
Nokia-Boss Stephen Elop musste deswegen ein nicht ganz unbedeutendes Detail der Kooperation hinzufügen: mit etlichen Millionen US-Dollar, vielleicht sogar Milliarden, würde Microsoft Nokia die Zusammenarbeit versüßen. Genaue Zahlen nannte Elop aber nicht. Er wehrte sich auch gegen die Vorwürfe, er sei ein trojanisches Pferd, das nun Microsoft bei Nokia die Tür geöffnet habe. Elop kam im September direkt von Microsoft zu Nokia und beerbte Olli-Pekka Kallasvuo. Angeblich habe auch Google mit um die Gunst bei Nokia mitgeboten, damit Android statt Windows Phone 7 künftig auf Nokia-Smartphones zum Einsatz kommt. Zwischen den beiden Unternehmen soll es einen regelrechten Bieterwettstreit gegeben haben. Nokia habe sich gegen Android entschieden, damit auf dem Markt kein Duopol aus Google und Apple (iOS) entstehe.

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